Bebauungsplan "Rude (nördlicher Teil)" (Nr. 294)

Flensburg
Verfahrensschritt
Beschlussfassung Öffentlichkeit Während der Auswertung der eingegangenen Einwendungen ist die Abgabe weiterer Stellungnahmen nicht möglich.
Zeitraum
06.03.2017 – 06.04.2017 Zeitraum für die Abgabe von Stellungnahmen. Stellungnahmen mit wichtigem Belang können auch nach Fristende direkt an den Ansprechpartner der Verwaltung eingereicht werden.
Behörde
Stadt Flensburg Bauleitpläne werden von der Kommune (Stadt bzw. der Gemeinde) aufgestellt.
Kurzinfo
Der Selbsthilfebauverein beabsichtigt, die östlich der Straße Rude liegenden Gebäude zwischen Diblerstraße und Tegelbarg abzureißen und bis 2021 durch Neubauten zu ersetzen. Für die Neubauten sieht der Bebauungsplan eine Dreigeschossigkeit vor, in den beiden Kopfbauten am Nord- und Südeingang des Bereiches eine zwingende Fünfgeschossigkeit, um dem Bereich eine städtebauliche Fassung zu geben. Für den Block nördlich der Merveldstraße ist eine Tiefgarage vorgesehen, weitere Stellplätze sind am südlichen Ende vorgesehen.
Ansprechpartner
Frau Franziska Paulsen
Tel. 0461 / 85 40 45
paulsen.franziska@flensburg.de
Aktuelle Mitteilungen Aktuelles

Satzungsbeschluss

20.04.2017

Die abschließenden Beschlüsse zum Bauleitplanverfahren sind in Vorbereitung.

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Textliche Festsetzungen

Das Dokument ist in einzelne Absätze gegliedert. Sie können zu jedem Absatz einzelne Stellungnahmen verfassen. Ihre Stellungnahme wird dem jeweiligen Absatz automatisch zugeordnet.

Begründung

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weitere Information

Zu der geplanten Bebauung gibt es ein Solationsmodell als Verschattungsstudie zur Darstellung der Betroffenheit der umliegenden Bebauung.

Hier sehen Sie die Stellungnahmen, die von Bürgerinnen und Bürgern zu diesem Verfahren eingereicht und veröffentlicht wurden.

Stellungnahme # 1003

Eingereicht am

Mein Einwand richtet sich gegen den fünfgeschossigen Block am südlichen Zeilenende, also an der Kreuzung Rude/ Diblerstraße. Das Argument, dass es sich hierbei um ein "Auftaktgebäude" handelt, das eine "städtebaulichen Fassung" hervorbringt, halte ich für außerordentlich schwach, wenn man dagegenhält, was dem Stadtteil durch den überhöhten Bau an dieser zentralen Stelle verlorengeht. Mit Recht ist darauf verwiesen worden, dass das "Dorf Rude" hier seinen Dorfplatz hat, einen Ort, der unbestreitbar von sehr vielen BewohnerInnen so wahrgenommen wird.

Ein ausladender Turm in solcher Höhe ist an dieser Stelle ein Fremdkörper. Das seit 60 Jahren seitab stehende Hochhaus Lundweg 40 ist definitiv kein Rechtfertigungsgrund für die Behauptung, angesichts dieses Gebäudes käme es auf ein weiteres fünfgeschossiges Haus auch nicht mehr an. Entscheidend bleibt die Frage, wo solch ein hohes Gebäude sich erhebt. Und jenes geplante "Auftaktgebäude" ist definitiv vieleher ein deplatzierter Schlusspunkt und ein Tiefschlag gegen das Lebensgefühl und Identitätsbewusstsein vieler Rudeaner.

De facto geht es den Planenden wohl auch einzig und allein um die durch die Fünfgeschossigkeit zu erreichende Mehrzahl an Wohnungen und das damit einhergehnde Plus an Rendite. Blickt man auf unser Stadtgeschichte zurück, so hat die so motivierte Herangehensweise auch und gerade in Flensburg schon eine beträchtliche Zahl von städtebaulichen Fehlentscheidungen hervorgebracht. Das muss aber nicht so weitergehen, und deshalb bin ich gegen die überdimensionierte Bebauung am südlichen Ende der geplanten Häuserzeile.

Im übrigen halte ich auch die vorgeschlagene Grüngestaltung zwischen den Parkplätzen in der Straße "Rude" für dringend erforderlich! Autos der Anwohner dürfen gern auch tagsüber in der Tiefgarage verschwinden. Da muss man für das schnelle Parken zwischendurch wahrlich nicht noch eine größere Zahl von Parkplätzen bereithalten!

Stellungnahme # 1004

Eingereicht am

[1]

Der unter 1.3 normierte Zwang ist unbegründet. Dies mag architektonisch gewollt sein, städtebaulich zwingend ist eine 5-Geschossigkeit aber nicht nachgewiesen. Vielmehr wurde im Rahmen der frühzeitigen Bürgerbeteiligung deutlich, dass die Rude Dorfcharakter besitzt. Dieses Empfinden ist geprägt durch die Einrahmung in Form des Bahndammes am Tegelbarg einerseits und der Straßenverkehrsachsen Husumer Straße, Zur Bleiche, Schleswiger Straße andererseits. Die bisher aufgelockerte Verkehrskreuzung am südlichen Endpunkt der Bebauung stellt somit bislang – auch durch die anliegenden Geschäfte für schnelle Einkäufe – auch den „dörflichen Mittelpunkt“ für das gesamte eingerahmte Gebiet dar.

Durch die eng an die Kreuzung heranrückende 5-Geschossigkeit wird dies mindestens den Auftakt dafür bilden, dass die Rude ihren „dörflichen Mittelpunkt“ verliert. Stattdessen wird durch diese Architektur das Trennende betont.

[2]Mehr noch: Durch die geplanten Stellplätze östlich der südlichen Endbebauung wird dieses Gebäude von Osten aus der Diblerstraße kommend sogar zum Fremkörper, weil der dort bislang verlaufende Fußweg um die geplanten Stellplätze herumgeleitet, also ein- und wieder ausgeschwenkt werden muss. Dies wird Fußgänger, Senioren wie Grundschüler, dazu verleiten diesen Weg durch Überqueren des Parkplatzes abzukürzen. Durch den Bebauungsplan entsprechend des vorliegenden Entwurfes würde somit eine neue Gefahr ausgehen.

In diesem Zusammenhang ist fraglich, ob die dort parkenden Fahrzeuge die Straße beim Ausparken einsehen können, da das Grundstück Diblerstraße 64 - 72 erst kurz zuvor endet.

[3]

Soweit eine architektonische Betonung der Endpunkte beabsichtigt ist, kann dies durch einen geringeren Eingriff in den dörflichen Mittelpunkt geschehen, in dem insbesondere das südliche Gebäude lediglich mit vier Vollgeschossen gegenüber der restlichen Bebauung etwas zurückgenommen, also mit größerem Abstand zu den Straßen Rude und Diblerstraße, vorgeschrieben wird. Durch das Vollgeschoss im Gegensatz zu den Staffelgeschossen und das "zurücknehmen" wird das dörfliche Zentrum beibehalten und die Beeinträchtigung der Nachbarn duch erhöhte Verschattungszeiten reduziert. Das Ziel der Verdichtung wird allein durch diese Änderung dennoch nicht verfehlt.

[4]

Unter 1.4 wird für das Baufeld WA 1 zugelassen, dass die Obergrenze für die GRZ bis zu einer GRZ von 0,45 überschritten werden darf. Diese Obergrenze können gem. § 17 Abs. 2 BAuNVO aus städtebaulichen Gründen überschritten werden, wenn die Überschreitung durch Umstände ausgeglichen ist oder durch Maßnahmen ausgeglichen wird, durch die sichergestellt ist, dass die allgemeinen Anforderungen an gesunde Wohn- und Arbeitsverhältnisse nicht beeinträchtigt werden und nachteilige Auswirkungen auf die Umwelt vermieden werden. Eine Notwendigkeit für die Überschreitung der GRZ ist aus stadtplanerischer Sicht nicht erkennbar, da der Wohnungsbestand auch ohne ein fünftes Vollgeschoss nahezu verdoppelt werden kann. Zwar bin ich kein seltener Vogel, aber als Eigentümer und Bewohner einer Wohnung in der Diblerstraße 68 der Umwelt zuzurechnen.

[5]

Ich weise allerdings bereits jetzt darauf hin, dass die Planzeichnung eine entsprechende Überschreitung nicht ausweist.

Stellungnahme # 1005

Eingereicht am

Die der Straße abgewandten rückseitigen Grünflächen verringern sich erheblich und schränken das sichere Spielen von Kindern in unmittelbarer Umgebung zu den Wohnungen ein.

Im bisherigen Wohnungsbestand sind weniger als 10 nicht schulpflichtige Kinder und weniger als 5 schulpflichtige Kinder wohnhaft. Ursächlich hierfür dürften die geringen Wohnungsgrößen sein.

Fraglich ist, ob bei einer Verdoppelung der Wohneinheiten so viele große Wohnungen entstehen, dass (hoffentlich) erheblich mehr Familien mit Kindern zuziehen. Für den Fall, dass dies zu bejahen ist, fehlt allerdings eine Aussage darüber, ob ohne erhebliche weitere Investitionskosten der Stadt Flensburg diesen Kindern ein Platz in einer ortsnahen KiTa bzw. ausreichend Räumlichkeiten in der Grundschule auf der Rude angeboten werden können.